Montag, 24. April 2017

[Rezension] Gail Honeyman - Ich, Eleanor Oliphant

Inhalt
Eleanor Oliphant ist anders als andere Menschen. Eine Pizza bestellen, mit Freunden einen schönen Tag verbringen, einfach so in den Pub gehen? Für Eleanor undenkbar! Und das macht ihr Leben auf Dauer unerträglich einsam. Erst als sie sich verliebt, wagt sie sich zaghaft aus ihrem Schneckenhaus - und lernt dabei nicht nur die Welt, sondern auch sich selbst noch einmal neu kennen.

Mit ihrem Debüt "Ich, Eleanor Oliphant" ist Gail Honeyman ein anrührender Roman mit einer unvergesslichen Hauptfigur gelungen. Ihre erfrischend schräge Sicht auf die Dinge zeigt uns, was im Leben wirklich zählt. Liebe. Hoffung. Ehrlichkeit. Und vor allen Dingen die Freundschaft." (Quelle: Amazon)
  
Infos zum Buch
Seitenzahl: 528 Seiten
Verlag: Bastei Lübbe Verlag
ISBN: 978-3431039788
Preis: 20,00€ (gebundene Ausgabe) / 15,99€ (E-Book)

Infos zur Autorin
"Gail Honeyman lebt und arbeitet in Glasgow. Sie bekam bereits mehrere Preise für ihr Schreiben. Eleanor Oliphant und die Liebe ist ihr erster Roman." (Quelle: Amazon)

Erster Satz des Buches
"Wenn ich gefragt werde - von Taxifahrern, beim Friseur -, was ich so mache, antworte ich immer, dass ich im Büro arbeite."

Lieblingszitat
"Wenn man gefragt wird, wie es einem geht, scheint der Konsens zu sein, dass man GUT antwortet, unabhängig von seinem tatsächlichen Befinden. Alles ist GUT, auch wenn man sich vorige Nacht in den Schlaf geweint und seit zwei Tagen in Folge mit keiner Menschenseele gesprochen hat. Aber das wäre die falsche Antwort. So etwas sagt man nicht. GUT, so heißt das."
(S. 370)

Fazit
Wieso wollte ich dieses Buch lesen? Überraschenderweise erhielt ich ein Überraschungspaket vom Verlag, das gleich 2 Exemplare des Buches enthielt - eines zum Lesen, eines zum Verschenken... was ich natürlich umgehend tat :) Die Story interessierte mich sofort, denn die Inhaltsangabe klingt nach einem faszinierenden Roman. 

Cover:
Ich finde dieses Cover unglaublich toll! Schon vor dem lesen zieht es alle Blicke auf sich und nach beendeter Lektüre sieht man, wie gut es eigentlich zu diesem Buch passt. Es beschreibt Eleanor und ihre Art ziemlich perfekt, denn genau wie das Cover lässt sich Eleanor nicht in eine Kategorie einordnen, zeigt, dass das Leben nicht nur schwarz und weiß ist, dass es so viele verschiedene Facetten gibt... 

Story+Charaktere:
Eleanor Oliphants Geschichte ist außergewöhnlich, genauso wie die Person selbst. Auch wenn ich lange Zeit nicht wirklich wusste, wo die Geschichte hinwill und nach ca. 250 Seiten ernsthaft darüber nachdachte, das Buch einfach zuzuklappen, konnte ich mich doch nicht dazu überwinden, weil ich einfach wissen wollte, wieso Eleanor so ist, wie sie ist und wie es mit ihr weitergeht. Wir verfolgen Eleanors Leben das ganze Buch über, doch es ist nicht sonderlich spektakulär und mit ihrer sonderbaren Art eckt sie überall an. Auch als Leser weiß man nicht so recht, was man von ihr halten soll, doch irgendwie scheint es sie überhaupt nicht zu interessieren, dass sich jeder über die lustig macht. Je mehr man Eleanor kennenlernt, umso mehr tappt man im dunkeln und neben wildesten, pseudopsychologischen Vermutungen, hegte ich lange den Verdacht, dass Eleanor ein schweres Trauma erlebt hat. Dennoch rückt die Autorin lange nicht damit heraus, warum unsere Protagonistin sich so merkwürdig verhält... als sie es dann aber tut, entwickelt sich das Buch zu einem sehr sehr lesenswerten Buch über eine Frau, sie sich selbst neu kennenlernen muss, um herauszufinden, was sie eigentlich will. 

Eleanor Oliphant ist kein einfacher Charakter. Kein sympathischer, keiner, der einem schnell ins Herz schleicht und sich dort einnistet. Eleanor schleicht sich dem Leser früher oder später ins Herz, spätestens, als man die Gründe für ihr Verhalten kennt, doch dies dauert einige hundert Seiten lang und ist für den Leser manchmal ein wenig mühsam. Stellenweise zieht sich das Buch ein wenig, da man gefühlt einfach auf keinen grünen Zweig kommt und lange unklar ist, was eigentlich der Sinn und Zweck des Ganzen ist, denn es baut sich weder Spannung auf, noch passiert mehr, als Alltagsbeschreibungen. 

Raymond, einer der wenigen Kollegen von Eleanor, der sich für sie interessiert und immer wieder ihre Nähe sucht, ist zwar ein etwas plumper Zeitgenosse, hübscht die Geschichte jedoch ziemlich auf. Mit seiner Art und seinem Humor bringt er etwas Farbe in Eleanors Leben und verhält sich, wie ein echter Freund. 

Schreibstil: Der Schreibstil ist angenehm, die Geschichte wird aus Sicht eines Erzählers in der Vergangenheitsform geschildert.

Gesamt: Auch wenn ich mir mit der Geschichte und der Protagonistin ein wenig schwer tat, so war es doch stellenweise ganz amüsant, das Leben der Eleanor Oliphant zu verfolgen und besonders, als Glen in ihr Leben trifft (was jedoch erst recht spät erfolgt), musste ich so einige Male herzhaft lachen. Dieser Roman zeigt und erinnert uns daran, dass sich Menschen häufig nicht grundlos merkwürdig verhalten, sondern es für die meisten Dinge einen Grund gibt. Auch wenn "Ich, Eleanor Oliphant" nicht gerade mit dem erhobenen Zeigefinger daherkommt, so regt es doch zum nachdenken an und lässt uns reflektieren, ob wir uns nicht auch schon so verhalten haben, wie Eleanors rücksichtlose und oberflächliche Kollegen. 

Wertung: 4 von 5 Sterne!


Ein ganz herzliches Dankeschön, für das überraschende Rezensionsexemplar, an den Verlag! 

Freitag, 21. April 2017

[Rezension] Jeff Menapace - Das Spiel 02 - Rache

Inhalt
"Im Herbst 2008 wurde die Lambert-Familie im amerikanischen Hinterland Opfer der Fannelli-Brüder. Von den beiden Verbrechern überwältigt, mussten die Lamberts buchstäblich durch die Hölle gehen. Sie haben überlebt – und zurückgeschlagen. Doch es ist noch nicht vorbei, denn die Fannellis haben Freunde, sehr gute Freunde. Das Spiel geht weiter … " (Quelle: Amazon)
  
Infos zum Buch
Seitenzahl: 432 Seiten
Verlag: Heyne Verlag
ISBN: 
978-3453677081

Preis: 9,99€ (Taschenbuch) / 8,99€ (E-Book)
Reihe: Das Spiel 01 - Opfer 
          Das Spiel 02 - Rache
          Das Spiel 03 - Tod

Infos zur Autorin

"Jeff Menapace, geboren in Philadelphia, verbringt seine meiste Zeit damit, Bücher zu schreiben und sich Horrorfilme anzusehen. Mit seiner Spiel-Trilogie wird er in Amerika als neuer Stern am Horror-Himmel gefeiert. Er liebt Martial Arts, die 3 Stooges und ist überzeugt davon, dass The Texas Chainsaw Massacre von 1974 der größte Film aller Zeiten ist." (Quelle: Amazon)

Erster Satz des Buches

"Die Nachtschwärze im inneren des Hauses stellte kein Problem für Monica dar."

Fazit

Wieso wollte ich dieses Buch lesen? Ich habe den ersten Band der Trilogie "Opfer" nahezu verschlungen und freute mich wahnsinnig, als ich erfuhr, dass es sich hierbei um den ersten Band einer Trilogie handelte! Vor etwa 2 Wochen erschien dann der dritte Band und da ich den zweiten noch nicht gelesen hatte, galt es, dies schleunigst nachzuholen. 

Cover: Das Cover zeigt schwarze Gummistiefel, die in einer Blutlache stehen.... dies passt wahnsinnig gut zum Inhalt und deutet schon an, dass es sich hierbei nicht um leichte Kost handelt. Ich persönlich mag das Cover und finde, dass man es kaum passender hätte wählen können.


Story + 
Charaktere: Um den Inhalt zu verstehen, sollte man den ersten Band "Das Spiel - Opfer" unbedingt gelesen zu haben, da der 2. Band auf diesem aufbaut. 


Die Lamberts sind endlich dabei, sich von den schlimmen Ereignissen am Crescent Lake zu erholen, doch die Rekonvaleszenz wird überschattet vom drohenden Prozess von Arty Fanelli. Unerwarteterweise bekommt Arthur jedoch Hilfe und schon wird das Leben der Familie Lambert wieder hochdramatisch... denn die Fanelli's sind ihnen wieder auf der Spur! 


Wer gute Thriller mag, dem wird "Das Spiel - Rache" gut gefallen, denn auch, wenn die Übeltäter von Anfang an bekannt sind und das übliche unbekannte Katz-und-Maus-Spiel somit entfällt, bleibt die Spannung keinesfalls auf der Strecke. Auch wenn "Rache" nicht ganz so bösartig und grausam gestaltet ist, wie es bei "Opfer" der Fall war, so überzeugt Menapace auch mit diesem zweiten Teil. Die Story ist glaubhaft und durch die Tatsache, dass sich der Autor auch den Gefühlen einer gequälten Familie widmet und nicht einfach tut, als ob nichts gewesen wäre, wird der Roman umso faszinierender und packender. 


Der Showdown kommt, meines Erachtens, ein wenig zu schnell und ist, zumindest die vorherigen Seiten betreffend, schon ansatzweise vorhersehbar. So schnell wie er begonnen hat, ist er auch schon wieder vorbei und lässt den Leser mit einem ganz großen Fragezeichen zurück...


Die Charaktere sind faszinierend gestaltet und die meiste Zeit konnte ich mich sowohl in Patrick, als auch in Amy Lambert gut hineinversetzen - auch wenn ich Amy in einer ganz bestimmten Szene am liebsten geschüttelt hätte und auch hier das beherzte Eingreifen von Ehemann oder FBI erwartet oder gewünscht hätte. Leider war dies nicht der Fall, was mich dann doch etwas kopfschüttelnd zurückließ. 


Schreibstil: Der Schreibstil ist fesselnd und erfolgt aus der Sicht eines Erzählers, wir begleiten jedoch die verschiedensten Personen (Amy/Patrick, Monica, John, etc.)


Gesamt: Insgesamt konnte mich der zweite Teil der Trilogie durchaus fesseln, gefiel mir aber auf Grund der oben genannten Faktoren nicht ganz so gut, wie der Vorgängerband. Auch die Psychospielchen, mit denen Menapace spielt und den Leser schockiert, gefielen mir in "Opfer" ein wenig besser, als es hier der Fall war. Ich bin sehr gespannt auf Band 3!


Wertung: 4 von 5 Sterne!



Ein ganz herzliches Dankeschön an den Heyne Verlag, für die Bereitstellung dieses Rezensionsexemplars!