Freitag, 11. August 2017

[Rezension] Shane McKenzie - Babydoll

Inhalt
"Sie schämen sich für ihre Tochter. Darum haben sie Natasha seit ihrer Kindheit eingesperrt.
Doch endlich gelingt ihr die Flucht.
Natasha hat nur einen Wunsch: So wie jeder andere Mensch möchte auch sie geliebt werden. Aber wer verliebt sich schon in eine entstellte Monstrosität?
Natasha sucht ihren Prinzen – egal, wie viel Blut das kosten wird …" (Quelle: Amazon)
  
Erster Satz des Buches
">Jerry...Jerry! Komm verflucht nochmal her!<"

Infos zum Buch
Seitenzahl: 288 Seiten

Verlag: Festa Verlag
Preis:  4,99 € (E-Book) -> Das Taschenbuch gibt es nur noch gebraucht. 

Infos zum Autor
"Bentley Little: » Unerbittlich, extrem, hart, talentiert. Shane McKenzie steht an der Spitze der jungen Horrorautoren.«

Shane McKenzie ist einer der einfallsreichsten neue Autoren des Horrorgenres. Er lebt mit Frau und Tochter in Texas." (Quelle: Amazon)


Fazit
Wieso wollte ich dieses Buch lesen? Wie ihr sicherlich gemerkt habt, bin ich in letzter Zeit ein wenig dem Festa-wahn verfallen, ich wurde quasi Festafiziert! Aus diesem Grund habe ich ein wenig im Verlagsprogramm gestöbert und als ich las, dass das Taschenbuch bald nicht mehr erhältlich sei, musste ich natürlich noch schnell zugreifen :) 


Cover: Ich mag dieses Cover! Das gruselige, blutbeschmierte Mädchen mit dem Teddybär im Arm, nur bekleidet mit Schlafanzug und Bademantel passt einfach perfekt zur Geschichte und macht Lust auf die Lektüre! (Besonders gruselig an der Sache finde ich ja, dass ich eine Schlafanzughose habe, die genauso aussieht, aber das nur am Rande :-D) 


Story + Charaktere: Natashas Mutter Celeste war einst Schauspielerin, bis sie schwanger wurde und sich so ihre Karriere in Luft auflöste - doch nicht nur das: Natasha ist kein "normales", sondern ein missgebildetes Mädchen, weswegen sie von ihren Eltern stets eingesperrt und von der Außenwelt ferngehalten wird. Durch einen dummen Zufall bekommt sie die Gelegenheit aus ihrer Gefangenschaft zu flüchten und während sie alleine durch den Wald irrt, begegnet sie dem Mann, der sie lieben soll - und dafür schreckt sie vor nichts zurück! 

Was für ein geniales Buch! Wer nicht allzu zart besaitet ist, der findet in diesem Buch nicht nur einen richtig guten Horrorroman, sondern wieder erwarten auch einige Denkanstöße. Neben blutigen Grausamkeiten, jeder Menge Action und einigen Widerwärtigkeiten, können wir die Geschichte von Natasha nicht nur hautnah miterleben, sondern auch mitempfinden - und das geht unter die Haut. Natashas Mutter bringt ihrer Tochter nicht nur keinerlei Liebe entgegen, sie zeigt ihr vielmehr, dass sie ein hässliches Monster ist (O-Ton Celeste) und es nicht wert ist, geliebt zu werden. Die einzige Liebe, die Natasha entgegengebracht wird, kommt von ihrem Vater, der ebenfalls sehr unter der Mutter und ihrem Schönheitswahn zu leiden hat. Auch wenn Natasha kein unschuldiges kleines Mädchen mehr ist, kam ich einfach nicht drumherum, ein gewisses Mitleid für sie zu empfinden, denn das, was sie so erleiden muss, hat niemand verdient und im Grunde braucht man sich dann auch nicht über die ein oder andere Entwicklung zu wundern. 

In einer Nebenstory lernen wir Bruno kennen, der sich sein Studium durch Drogenverkauf finanziert, selbst aber keine konsumiert. Dennoch gerät er ziemlich in die Bredouille und weiß nicht so recht, wie er sich daraus wieder befreien soll... Bruno ist ein unglaublich sympathischer Charakter, der sein Studium nicht nur ernst nimmt und alles tut, um es zu finanzieren, sondern auch ein anständiger Kerl ist - im Vergleich zu manch anderem. 

Die Story ist spannend, aber auch ziemlich blutig, weswegen man nicht allzu zart besaitet sein sollte, wenn man Interesse an dieser Geschichte hat. Das Ende gefiel mir persönlich richtig gut und ich musste ein bisschen schmunzeln - auch wenn der ein oder andere das vielleicht unangebracht finden mag. 

Schreibstil: McKenzie schreibt angenehm und aus der Sicht eines dritten Erzählers. Die Kapitel sind angenehm lang und der Schreibstil fesselt. Seine bildhaften Beschreibungen machen es dem Leser leicht, sich das Geschehen bildlich vorzustellen - ob man das als positiv oder negativ betrachtet, bleibt wohl jedem selbst überlassen. :-)

Gesamt: Interessante Charaktere, spannende Story, blutige Action und die ein oder andere Aussage, die einen zumindest ein wenig zum denken anregt. Für alle Horror-Fans sehr lesenswert! 

Wertung: 5 von 5 Sterne!

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