Dienstag, 2. Januar 2018

[Rezension] A.L. Kahnau - Juli im Winter

Achtung, enthält Werbung.

Inhalt
""Du bist deines eigenen Glückes Schmied."
In diesem Glauben wurde Juli großgezogen und dementsprechend selbstbewusst geht sie durch die Welt. 
Juli ist klug, charmant und beliebt. 
Als eine neue Mitschülerin in ihre Klasse kommt, ahnt sie nicht, dass diese ihr sehr bald zeigen wird, wie falsch sie lag. 
Julis Leben gleicht plötzlich einem Sturzflug, dessen Ausgang ungewiss ist." (Quelle: Amazon)
  
Erster Satz des 1. Kapitels
"Als sich meine Schwester im Winter vor zwei Jahren das Leben nahm, machte sie mir damit ein Geschenk."

Infos zum Buch
Seitenzahl: 280 Seiten
Verlag: Books on Demand
ISBN: 978-3746047898
Preis: 9,99 € (Taschenbuch) / 2,99 € (E-Book)

Infos zur Autorin
"A.L. Kahnau (geboren 1987 im Siegerland) lässt ihre Protagonisten nicht irgendwo herumspazieren. Nein, sie leben in deiner Nachbarschaft. Sie könnten dein Nachbar sein, deine Tochter oder auch dein bester Freund. 
Trotzdem bleiben A.L. Kahnaus Geschichten vom Beginn bis zum Ende spannend, gefühlvoll und vor allem authentisch. 
Besuche A.L. Kahnau auch auf ihrer Homepage: www.alkahnau.com oder auf Facebook.." (Quelle: Amazon)

Fazit
Wieso wollte ich dieses Buch lesen? Ich bin ein treuer Leser der Autorin und beschließe schon, das nächste Buch von ihr zu lesen, ohne dass ich überhaupt weiß, worum es darin geht. Warum? Weil ich alle ihre Bücher bisher nahezu inhaliert habe und weiß, dass es einfach so sein muss - und genau deswegen wollte ich auch "Juli im Winter" lesen. 

Cover:
Das Cover des Buches ist nicht nur wunderschön, sondern passt einfach perfekt zur Geschichte. Julis Leben wird darauf eigentlich perfekt dargestellt... ich könnte mir kein passenderes Cover vorstellen. 

Story + Charaktere: Wer die Romane von A.L. Kahnau kennt, der weiß, dass ihre Bücher niemals langweilig, eintönig oder ohne Emotionen sind. Immer haben sie die nötige Spannung, das gewisse etwas, was den Leser nicht nur bei der Stange hält, sondern regelrecht süchtig macht - nach neuem Lesestoff. 

"Juli im Winter" ist anders, als alles, was man von der Autorin bisher gelesen hat - nicht schlechter, oder überhaupt vergleichbar. Es ist anders. Es ist perfekt. Dieser Roman schafft es nicht nur, in jede Zelle eines Körpers einzudringen, sich dort festzukrallen und nicht mehr loszulassen, sondern auch, dass man sich fühlt, als ob man selbst am Abgrund stehen würde. An der Kante einer Klippe, kurz vor dem Absturz und man weiß genau, dass man es nicht verhindern kann. Man sieht sich auf den Abgrund zurasen und kann rein gar nichts tun, um den freien Fall zu verhindern. Genau dieses Gefühl vermittelt die Geschichte von Juli, der Protagonistin aus "Juli im Winter". 

Juli hatte kein einfaches Leben: Ihre Schwester wurde gemobbt und beging schließlich Selbstmord - was Julis Leben verständlicherweise völlig auf den Kopf stellte. Und dennoch versuchte Juli stets das Positive im Leben zu sehen und das Beste aus allem zu machen, was ihr geboten wurde. Zwei Jahre nach dem Tod ihrer Schwester geht Juli auf ein Internat,  hat gute Noten und ist allseits beliebt...Bis Nessa an ihre Schule kommt und sich alles schlagartig verändert. 

Ich habe Julis Leben Seite für Seite mitverfolgt, habe gelesen, wie ihr alles immer mehr aus der Hand gleitet und sie durch perfide Spielchen immer mehr ins Abseits gedrängt wird, bis ihr keiner mehr glaubt und ihr keiner mehr vertraut...ich habe mit ihr gelitten und doch versucht stark zu sein, ich habe gedankliche Hiebe ausgeteilt und innerlich gefleht, dass irgendjemand genauer hinschaut. Ich habe gehofft, gebangt, gelitten und wollte das Buch nicht mehr aus der Hand legen. Noch nie habe ich so sehr gehofft, dass etwas gut ausgeht und der Bösewicht in der Geschichte für seine Taten büßen muss. Doch eigentlich ist es gar nicht so einfach, denn Mobbing ist nicht die Schuld eines einzelnen... Vielleicht bringt einer den Stein ins Rollen, aber andere beteiligen sich daran - egal ob bewusst oder unbewusst. Und genau deswegen ist es so wichtig, dass dieses Thema in den Köpfen der Menschen, besonders der Schüler, aufgegriffen wird und ein Bewusstsein dafür geschaffen wird, was manche Dinge einzelnen antun können. 

Lena Kahnau hat mit diesem Roman ein Meisterwerk geschaffen, denn nicht nur die Figuren sind authentisch und greifbar - auch deren Verhaltensweisen sind menschlich und so ungern ich das zugebe: im Grunde sind die Handlungen der einzelnen Charaktere durchaus nachvollziehbar. Mobbing ist nie das Ergebnis eines einzelnen, häufig entsteht sowas völlig unbewusst für die "Mitspieler", durch gezielte Manipulation eines einzelnen. Wer da nicht genau hinschaut, verliert sich schnell in diesem gefährlichen Szenario. Genau darauf macht Lena in ihrem Roman aufmerksam und ruft indirekt dazu auf, genauer hinzuschauen. 

Schreibstil: Der Schreibstil ist wie gewohnt sehr lebhaft, bildhaft und emotional gehalten. Das Buch wurde auch Sicht von Juli verfasst und in der Gegenwartsform geschrieben. 

Gesamt: "Juli im Winter" überzeugt durch höchste emotionale Verstrickung des Lesers mit der Protagonistin und ruft dazu auf, stets die Augen offen zu halten - und nicht immer alles zu glauben, was einem erzählt wird.

Wertung: 5 von 5 Sterne!

Ein ganz herzliches Dankeschön an die Autorin, für die Bereitstellung des Rezensionsexemplars! 




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