Mittwoch, 3. Januar 2018

[Rezension] Edward Lee & Wrath James White - Der Teratologe

Achtung, ab 18 Jahre!
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Inhalt
"Tödliche Orgien mit entstellten und deformierten Frauen, Männern und Zwitterwesen. Religiöse Eiferer, die mit einer Potenzdroge sexuell gefügig gemacht werden, um sich im wahrsten Sinne des Wortes die Seele aus dem Leib zu vögeln. Und über allem thront der durchgeknallte Hausbesitzer, der es sich allen Ernstes in den Kopf gesetzt hat, Gott höchstpersönlich in seine bizarre Folterkammer zu locken ..." (Quelle: Amazon)
  
Erster Satz des Buches
"Sharon war in der Lage, zu sehen und zu hören, und bis zu einem gewissen Grad arbeitete auch ihr Verstand einwandfrei."

Infos zum Buch
Seitenzahl: 144  Seiten
Verlag: Festa Verlag
ISBN: Keine ISBN, Selbstverlegt
Preis: 12,99 € (Taschenbuch) / 4,99 € (E-Book)

Infos zu den Autoren
"Wrath James White ist ein ehemaliger Kickboxer (World Class Heavyweight) und Trainer für unterschiedliche Kampftechniken. Er lebt mit seiner Frau in Austin, Texas. Wrath hat drei Kinder: Isis, Nala und Sultan.
Wrath (Zorn) schrieb mehrere Romane, die zu den brutalsten und erschütterndsten zählen, die jemals in Amerika erschienen. Zusammen mit dem »Meister des Extreme Horror« Edward Lee schrieb er Der Teratologe.

Edward Lee (geboren 1957 in Washington, D. C.). Nach Stationen in der U.S. Army und als Polizist konzentrierte er sich lange Jahre darauf, vom Schreiben leben zu können. Während dieser Zeit arbeitete er als Nachtwächter im Sicherheitsdienst. 1997 konnte er seinen Traum endlich verwirklichen. 
Er lebt heute in Florida und hat mehr als 45 Romane geschrieben, darunter den Horrorthriller Header, der 2009 verfilmt wurde. Er gilt als obszöner Provokateur und führender Autor des Extreme Horror.
Festa warnt ausdrücklich: Edward Lees Werke enthalten überzogene Darstellungen von sexueller Gewalt. Wer so etwas nicht mag, sollte die Finger davon lassen. Für Fans dagegen ist Edward Lee ein literarisches Genie. Er schreibt originell, verstörend und gewagt – seine Bücher sind ein echtes, aber schmutziges Erlebnis.
Bighead wurde das »most disturbing book« genannt, das jemals veröffentlicht wurde. Mancher Schriftsteller wäre über solch eine Einordnung todunglücklich, doch nicht Edward Lee – er ist stolz darauf.." (Quelle: Amazon)

Fazit
Wieso wollte ich dieses Buch lesen? Ich mag sowohl Edward Lee, als auch Wrath James White unglaublich gerne - ein Mix aus den beiden konnte also nur meine Neugierde wecken... also ran an das Buch!

Cover:
Auch wenn ich persönlich finden, dass das Cover nur bedingt zur Geschichte passt, ist es doch ein typisches Extrem-Cover (nicht zu extrem, durchaus vertretbar)... irgendwie gefällt es :)

Story + Charaktere:
Ich liebe Edward Lee's absolut kranke Ideen einfach und die von Wrath James White erst recht - nicht nur, weil eines von Mr. White eines der ersten "krasseren" war, die ich aus dem Festa Verlag gelesen habe. Doch bevor ich in Schwärmerei verfalle, sollte wieder einmal gesagt sein: wer Probleme mit dem Extremen hat, der sollte von Edward Lee/Wrath James White die Finger lassen - denn die beiden sind wahre Meister ihres Fachs. Neben so ziemlich jeder sexuellen Abartigkeit fließt hier auch eine Menge Blut und es besteht hohe Gewaltbereitschaft... und das sollte man schon abkönnen.

Was die Story angeht, so ist sie - wie bei den meisten Extrem-Romanen - zwar etwas dünn und wenig anspruchsvoll, aber durchaus unterhaltsam und mehr als einfallsreich. Auch eine gewisse Spannung kam auf, obwohl ich damit ehrlich gesagt nicht zwangsweise gerechnet hatte - und doch wollte ich unbedingt wissen, wie es weitergeht. 

Was ist eigentlich ein "Teratologe"? Ein Teratologe ist jemand, der sich mit der "Lehre" von Fehlbildungen (bei Mensch oder Tier) und deren Ursache beschäftigt und genau diese Tatsache beschäftigte zu Beginn der Lektüre, bzw. davor dann doch ein wenig. Wer mich und meinen Blog kennt, der weiß, dass ich zwar jede Schweinerei aus den Büchern von Festa lese und bisher keinerlei Skrupel hatte, doch in diesem Fall war ich ein wenig Skeptisch, ob ich die Lektüre wirklich lesen würde. Ich arbeite mit Schwerbehinderten Menschen und ich war unsicher, ob ich die "Verunglimpfung" derer ertragen würde... - doch ich kann jeden beruhigen, der skeptisch ist: Die beiden Autoren Lee und White schaffen es, das ganze wenig menschlich und sehr übersinnlich anmuten zu lassen, sodass ich trotz der missgebildeten Akteure keinerlei Schwierigkeiten hatte, das Ganze nicht  zu nahe an mich heranzulassen. 

Die Vorgänge des Buches sind jedoch nichts für schwache Nerven und wer nicht sicher ist, ob er mit derlei Perversitäten umgehen kann, der sollte lieber die Finger davon lassen. Besonders gut fand ich wieder die Gesellschaftskritischen Anteile, die wohl eindeutig aus der Feder von Wrath James White stammen, der ja bekannt dafür ist, so etwas in seine Bücher einzuflechten. 

Schreibstil: Bildhaft, lebhaft, gut verständlich. 

Gesamt: Für Leser des Extreme Horrors definitiv ein Muss!


Wertung: 5 von 5 Sterne!

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